Eine deutsche evangelisch-lutherische Kirche in der russischen Fernosthaupstadt Vladivostok erlebt ihre Wiedergeburt. 1909 nach einem Projekt des deutschen Architekten Georg Junghendel und von Gelder in Vladivostok lebenden deutschen Unternehmer nach dem Vorbild der Firma Kunst & Albers gebaut, diente das Kirchengebäude bis 1935 den Gläubigen als Gotteshaus. Bis der Pastor Waldemar Reichwald von NKWD "wegen Antirevolutionstätigkeit" verhaftet und für sieben Jahre ins Gefängnis gesteckt wurde. Das vom Staat enteignete Gebäude wurde damals der Pazifischen Marineverwaltung übergeben. Nach fast 50 Jahren erleben heute die fernöstlichen Lutheraner die Wiedergeburt ihrer Kirche. Und das dank dem Pastor Manfred Brockmann aus Deutschland. 1997 fand die offizielle Zeremonie der Übergabe des Gebäudes der evangelisch-lutherischen Gemeinde statt. Die erste Pastorin der "neuen" Kirche kommt auch aus Deutschland und heißt Silke Kuck. An der Zeremonie nahmen viele Promenente aus Politik, Kirchen und Öffentlichkeit teil. Die Deutsche Evangelische Kirche leistet die finanzielle Unterstützung für die Renovierung und Rekonstrunktion. Aber schon jetzt dreimal wöchentlich findet hier ein Gottesdienst stat. Zwar werden die Gottesdienste musikalisch nicht von einem Organ, sondern vom Piano begleitet und selbst Manfred Brockmann spielt Geige mit, aber die Gläubigen der evangelisch-lutherischen Gemeinde sind jetzt absolut überzeugt, dass die Wiedergeburt der evangelisch-lutherischen Kirche im Fernen Osten Russlands keine Hoffnung mehr ist, sondern eine Realität.