Am 16. Dezember 2011 in Machatschkala vor dem Office des Verlages (Dagestan, Russland) wurde der Gründer der unabhängigen Zeitung „Tschernowik“ und Direktor des Verlagshauses „Swoboda Slowa“ Chadschimurad Kamalow mit gezielten Schüssen in Kopf getötet.
Chadschimurad Kamalow wurde 1965 in der russischen Republik Dagestan geboren, studierte nach dem Schulabschluss an der Polytechnischen Hochschule in Dagestan und bis 1990 an der Technischen Universität in Leningrad.
2005-2006 war er Chefredakteur der regierungskritischen Wochenzeitung „Tschenowik“ und seit 2006 zum Direktor des Verlages Swododa Slowa (Freies Wort) geworden. Im Jahre 2007 war er als Mitglied des Wirtschaftsrates beim Präsidenten der Republik Dagestan berufen worden.
Die Wochenzeitung „Tschenowik“ geniest durch ihre kritische Berichterstattung und professionelle journalistische Haltung eine breite Popularität in der Bevölkerung und ist seit Längerem für die korrupten Behörden und kriminelle Strukturen in der Republik ein Dorn im Auge.
2008 in Rahmen der erhobenen Anklage gegen die Chefredakteurin der Wochenzeitung „Tschenowik“ Nadira Isaewa „wegen Extremismus“ wurde auf Anweisungen der Staatanwaltschaft im Verlagshaus „Swoboda Slowa“ Durchsuchengen durchgeführt. Der Staatsanwalt forderte im Laufe der Ermittlungen, ein Berufsverbot für die Journalisten der Wochenzeitung zu verhängen. Am 19. Mai 2011 wurden zum Glück alle Journalisten und die Zeitung vom Gericht in Machatschkala in allen Anklagepunkten freigesprochen.
Im Juni 2011 wurde die Wochenzeitung „Tschernowik“ mit dem Gerd-Bucerius-Preis „Pressefreiheit in Osteuropa“ ausgezeichnet.
Nina Ognijanowa, Committee to Protect Journalists (USA), Direktorin der Abteilung Russland und Euroasien: Die Nachricht hat uns erschüttert. Das war eine öffentliche Hinrichtung, eine demonstrative Exekution…“