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BÖRSENWIRTSCHAFT VON GEORGE SOROS |
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"Eine Reform des kapitalistischen Weltsystems sei dringend geboten, denn der Sieg des Kapitalismus habe nicht zum Sieg der Demokratie geführt. "Kapitalismus und Demokratie gehen nicht zwangsläufig Hand in Hand", und es sei ein Irrglaube anzunehmen, dem Gemeinwohl sei am besten gedient, wenn man jedermann gestatte, seine Eigeninteressen zu verfolgen. Märkte sind nicht dafür gemacht, die Interessen der Allgemeinheit zu schützen, und auch der Staat bietet hier keine Alternative, da seine Macht im Zuge der Globalisierung schrumpft. "Wenn uns universale Grundsätze wie Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat wirklich etwas bedeuten", mahnt Soros, "dann müssen wir andere Institutionen schaffen, um diese Prinzipien zu sichern".
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George Soros gilt als Inbegriff des Spekulanten seit sein Fond 1992 zehn Milliarden Dollar gegen das britische Pfund setzte und bei der darauffolgenden Abwertung des Pfundes eine Milliarde Dollar verdiente. Seither hat er immer wieder für Unruhe auf den Finanzmärkten gesorgt. Andererseits unterstützt Soros mit einer Milliarde Dollar aus seinem Privatvermögen Stiftungen, die sich für die Demokratisierung der mittel- und osteuropäischen Staaten engagieren.
"Es ist falsch zu glauben, die Märkte würden ihre Übertreibungen korrigieren, wenn man sie nur lässt. Finanzmärkte sind von Natur aus instabil...., ...und es gibt keine internationale Finanzinstitution, die für Stabilität im weltweiten Finanzsystem sorgen könnte."
Im Konflikt zwischen seinem Idealismus als Bürger und dem auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Handeln als Wettbewerber sucht Soros einen Weg zu finden, die Gefahr eines unkontrollierten Abschwungs der Weltwirtschaft zu verhindern.
"... ich empfinde weder Schuldgefühle noch ein schlechtes Gewissen, denn ich halte mich an die Regeln. Als Handelnder an den Märkten kann ich das, was geschieht nicht ändern; als Bürger bin ich sehr besorgt, über die Instabilität der Finanzmärkte und setze mich dafür ein, andere Spielregeln zu schaffen."
Doch, Soros sieht auch die andere Seite und warnt vor den Nebenwirkungen dieses Geldsystems. Die Globalisierung war und ist zu einseitig. Wir globalisieren Märkte, aber der soziale Fortschritt bleibt eine Angelegenheit des Nationalstaates. Es gibt eine klare Disparität zwischen der sozialen Entwicklung auf der einen Seite und wirtschaftlicher und finanzieller Entwicklung auf der anderen Seite. Das muss korrigiert werden.
"Die Summen, die an den Börsen täglich bewegt werden, sind fast doppelt so hoch wie die Währungsreserven aller Zentralbanken. Staaten müssen sich dieser Macht beugen, ob sie wollen oder nicht; schließlich finanzieren sie über den Kapitalmarkt ihre Schuldenlast. Die Staaten sind erpressbar geworden."
Sein Vorschlag, ein institutionalisiertes System aus Kreditgarantien zu schaffen, das ähnlich wie eine "Welt-Zentralbank" funktioniert, soll die Kredite an der Peripherie des kapitalistischen Zentrums bis zu einer bestimmten Grenze garantieren und damit Gläubigern einen gewissen Schutz bieten. Oberhalb jener Grenze wären diese für die Sicherheit ihrer Kredite selbst verantwortlich. George Soros nennt dies ein System aus Zuckerbrot und Peitsche. Der Börsenmagnat und Buchautor hat dieses Problem übrigens schon langeher erkannt, davon profitiert und darüber eine Reihe Bucher geschrieben. In seinem Buch "Die offene Gesellschaft - Für eine Reform des globalen Kapitalismus" schildert er sein Konzept der offenen Gesellschaft als eine griffige Alternative zum zügellosen kapitalistischen Weltsystem. © a.f.
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www.soros.org
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