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ERZIEHUNG & DIE MEDIEN |
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Bildung ist zu allen Zeiten von Medien unterstützt, aufrechterhalten, vertieft, aber auch verändert worden. Bücher, Texte und Bilder sind die klassischen Bildungsmedien der Schule. Die Printmedien haben sich in den letzten Jahrzehnten in der Vielfalt ihrer Erscheinungsformen und in der Breite der Themenbereiche ausdifferenziert. Hinzugekommen sind die elektronischen Medien mit neuen Ausdrucksformen und Wirkungsweisen. Medien sind heute integrativer Bestandteil gesellschaftlicher Wirklichkeit; sie gehören zum Alltag von Familie und Schule. Medien sind Miterzieher geworden. Sie können Kommunikation erleichtern und bieten Orientierung an. Medien greifen Themen des gesellschaftlichen Lebens auf und wirken sich so stark auf die persönliche Lebensgestaltung schon in früher Kindheit und Jugend aus, dass Bildung und Erziehung in Elternhaus und Schule tiefer und unmittelbarer als früher betroffen sind. Die insbesondere über die elektronischen Medien an Kinder und Jugendliche herangetragenen Informationen, Probleme und Wertorientierungen überdecken in ihrer Wirkung oft die Bedeutung familialer Erziehung und schulischer Bildung. Es muss deshalb von einer veränderten Bildungssituation, d.h. auch von veränderten Lernvoraussetzungen und Lernmöglichkeiten in der Schule ausgegangen werden. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung bestehen Chance und Aufgabe der Schule darin, die Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der Medien in ihrem Wert anzuerkennen, sie zugleich in ihren Wirkungen durchschaubar zu machen und diese ggf. zu korrigieren. Die Medienwelt und der von ihr ausgehende Bildungseinfluss sowie die von der Schule verantworteten Bildungsprozesse sollten zusammengesehen werden. Schule und Medien müssen ihre je eigenen und spezifischen Funktionen im Bildungsgeschehen erkennen und wahrnehmen. Konsequenzen für Bildung und Erziehung
Das aktuelle Medienangebot und die absehbare Entwicklung der Medienwelt bedeuten eine erhebliche Veränderung der Bildungs- und Erziehungssituation in Familie, Schule und Jugendarbeit. In den Alltag vieler Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener sind Medien ganz selbstverständlich integriert; junge Menschen kennen in der Regel wenig Vorbehalte gegenüber neuen Medienangeboten und nehmen sie in ihre Erlebnis-, Gestaltungs- und Informationswelt auf. Die Medienbotschaften bestimmen künftig stärker als heute mit, welche Themen Menschen für wichtig halten, mit welchen Problemen sie sich auseinandersetzen, für welche Bewertungen und Urteile sie sich entscheiden, welchen gesellschaftlichen und politischen Gestaltungsvorstellungen sie zugänglich sind. Öffentliches Leben und politisches Verhalten sind ohne Berücksichtigung des Einflusses von Presse und Fernsehen nicht mehr denkbar. Mehr noch als der Informationswert der Medieninhalte spielt der Erlebnisgehalt der Medienereignisse eine Rolle. Unter den Freizeitaktivitäten haben Mediennutzung und Medienerlebnis einen hohen Stellenwert.
Dabei sind die von den Medien ausgehenden Anregungen unübersehbar. Die Ausweitung der Informationsmöglichkeiten und die zunehmend in der Verfügbarkeit des einzelnen liegenden Informations-, Bildungs- und Erlebnischancen ermöglichen die Erfahrung selbstgesteuerter Lernprozesse und kreativer Aktivitätsformen. Ambivalent gesehen werden muss, dass Medienereignisse für Kinder und Jugendliche oft einen höheren Stellenwert gewinnen als Ereignisse aus der unmittelbaren Umgebung und der "realen Welt". Dabei verspricht die Medienwelt angesichts einer Umgebung, in der oft Spiel- und Bewegungsräume fehlen, Abenteuer und Entdeckungen, sie scheint gewohnte oder veränderte Familienstrukturen, fehlende gemeinsame Aktivitäten sowie reale Nähe und Zuwendung ersetzen zu können. Die Übergänge zwischen nichtmedialen, d.h. realen Erfahrungen und den medialen Erfahrungen werden fließend. Dies kann zu einem Bedeutungsverlust der direkten Realitätserfahrungen und zu einem Übergewicht indirekter und vermittelter Erfahrungen führen. Die Medienwelt liefert in scheinbarer Perfektion, was dem wirklichen Leben erst abgewonnen werden müsste, und lässt so die Realität zum Teil als reizlos erscheinen.
© a.f.
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